"Ich weiß nicht, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten werden die Menschen mit Stöcken und Steinen kämpfen" - Albert Einstein

I

Denk ich heut an Bomben,
denk ich an Isfahan.
Du Märchenhafte.
Deine Erbauer
Brachten Schönheit in die Welt
Und wussten nichts vom
Himmelsfeuer
das zu zerstören
nur erdacht.

 

Jetzt sinken Schönheiten
In eine dunkle Nacht
Nichts – sagt man – sei von Dauer
Und alles Leben endlich.
Die Erbauer traf es längst.
Erlaubt diese Erkenntnis
Kriege?
Heute löschen Nachfahren
Per Knopfdruck Leben aus.

Und Isfahans Moscheen
zerfallen in nie gekannter Halbwertzeit.
Dies zu vermeiden -
und dafür werden sie entlohnt -
sind die in weiter Ferne
auf Thronen sitzend
Herrschende.

 

Wehe, die Seelen
entkommen in die
Ewigkeit
der Bakhtiari-Berge.

 

II

Eine Zeder des Friedens
Auf deinem weißen Grund
Versprach für alle Ewigkeit
Dem Leben Lebenswertes.

 

An seinen Rändern
Rotgefärbt
Begrenzte
Das Grün der Hoffnung,
die doch war. 

 
Bis gestern.
Heute zerfließt das Rot
Von deinem Gebirge
Und Tote säumen deine Straßen.
Haifa, Isfahan und Tripoli –

Verratene Schwestern 

Einer verlorenen Zeit.

 

III 

In mehr als 1000
Jahren wuchs sie empor
Mit 100 Stufen
Vom Mittelmeer bis
Berg Karmel
Umsäumt vom Grün
der Palmenkronen
weithin ertönt
der alten Lieder Klang
wie lange noch
kannst du ihn hören?

 

Wo einst die Fischer
In ihren Netzen
Den Reichtum fingen
Und brachten heim,
was lebenswichtig war,
zerfallen nun Metallgehäuse
und bringen in das Heim
den Tod.

 

Begleitmusik der neuen Lieder.

 

(verfasst im März des Jahres 2026)