Mach dir den Tag zu eigen

 

Mach dir den Tag zu eigen

 

Oestlich schwinden letzte fahle Sterne,
Regungslos scheint alles erdenweit zu sein.
Ganze Nebelmeere hüllen Täler ein.
Einsam ruft ein Käuzchen aus der Ferne

Nass vom Tau glänzt weithin die Luzerne,
Die ersten Hummeln suchen sich am Ackerrain
Ährengold und Mohn im frühen Sonnenschein.
Mattes Licht aus einer Stalllaterne

Müht sich noch, doch müht sich jetzt vergebens.
Es erklingt der fröhliche Gesang des Lebens;
Rufe schallen aus den Birken, aus den Eichen

Und sie geben von der Erdenvielfalt Kunde:
Nachtens Neuigkeiten machen ihre Runde;
Gleich ist es Tag und dunkle Schatten weichen.