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Der, den ich liebe,
hat mir gesagt,
dass er mich braucht.
Darum
gebe ich auf mich acht,
sehe auf meinen Weg und
fürchte jeden Regentropfen,
dass er mich erschlagen könnte.

Berthold Brecht

 
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Frauen in der Literatur PDF Drucken E-Mail
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Montag, 25. September 2006
Artikel Inhalt
Frauen in der Literatur
Seite 2

Frauen in der Literatur - gestern und heute

Wenn Weiber Reime schreiben, ist doppelt ihre Zier,
denn ihres Mundes Rose
bringt nichts als Rosen für.
Zitat von Friedrich von Logau (1604-1655)

Dies schreibt ein Dichter und Denker schon im 17. Jh., und Frau wundert und fragt sich, was er denn in gedruckter Form überhaupt von Frauen zu lesen bekommen hat, denn Dichterinnen waren damals rar, zumindest als weiblich nicht erkennbar. Unter denen, die sich dem Schreiben verschrieben hatten, gab es etliche, die niemals Texte mit ihrem eigenen Namen veröffentlichen konnten. Eben weil sie Frauen waren. In dem Taschenbuch "Das deutsche Gedicht vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert" (erschienen in der Fischer-Bücherei) bringt der Auswähler Edgar Hederer den Lesern  100 Dichter nahe. Von diesen einhundert Dichtern sind ganze Fünf weiblichen Geschlechts.

Die literaterische Geschichte weist in der näheren Recherche allerdings ganz anderes aus. Auch Frauen haben schon immer geschrieben, nur hatten sie das ausgesprochene Pech, mit dem für die Gesellschaft falschen Geschlecht geboren worden zu sein. Aus diesem Grund wurden ihre Werke nur selten von ganz mutigen "Verlegern" oder aber gar nicht veröffentlicht.
Das brachte einige unserer Ahninnen dazu, einen Rollentausch vorzunehmen. Sie schlüpften namentlich und im Aussehen in die Haut der männlichen Geschlechts-genossen.

Belegt sind diese Autorinnen etwa ab dem 16. Jh., vermutlich aber schon früher.
Wer weiß denn schon, dass auch Cornelia Goethe, die Schwester unseres honorigen Johann Wolfgang von... geschrieben hat? Ihr Leben war kurz und tragisch. Beide Geschwister erhielten die gleiche Bildung als Kinder von Hauslehrern. Aber nur Johann Wolfgang durfte  auf die weiterführende Universität, als er das Alter erreichte. Cornelia indessen wurde zu einer ungeliebten Ehe gezwungen, die sie mit 26 Jahren bei der Geburt des 2. Kindes durch Tod beendete. Lange Jahre tiefer Depression waren dem vorausgegangen.

Von ihren schriftlichen Arbeiten liegt nur noch das Tagebuch vor.
Alles weitere wurde  von ihrem Bruder, mit dem sie einen regen Briefwechsel geführt hatte, verbrannt, weil er es zwar "für ein Mädchen ihres Alters recht gut" fand, jedoch für eine  Schwester von Goethe unbefriedigend. Und weil er "die ästhetischen grünen Flammen im Kaminfeuer" so gerne ansah. Cornelia war ihrem Bruder innig zugetan, heißt es. Und Johann Wolfgang gab nichts an die Öffentlichkeit, das nicht vorher von Cornelia gelesen war. Es ist zu vermuten, dass Goethe nicht ein Ausrufezeichen gesetzt hat, ohne bei Cornelia darum nachzufragen. Es muß für ihn eine Katastrophe gewesen sein, als Cornelia ihn so früh verließ.
(Quelle: Sigrid Damm: Cornelia Goethe - eine Biographie des insel-Verlages; Tagebuch der Cornelia Goethe, erschienen im  KORE-Verlag; Johann Lenz - ein Freund von J.W. von Goethe - Biographie Sigrid Damm, insel-Verlag).

 



 
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User Comments

Liebe Margret,

nun scheint mir hier ein schon etwas älterer Artikel von Dir zum kommentieren gerade recht.

Ein kurzer Kommentar sagt bereits alles aus, was mir in den Sinn kommt, wenn ich Deinen Artikel lese: 'Ich kenn's...leider.' Als Tochter einer klassischen Tänzerin, deren Karriere zur Zeit meiner Geburt endete und eines Schauspielers, dessen Karriere zur Zeit meiner Geburt begann, kenne ich die von Dir geschilderte Problematik schon aus meinem Elternhaus.

Nun erwarte ich selbst ein Kind. Siebzehn Jahre Selbständigkeit musste ich darum erstmal an den Nagel hängen. Ich spüre in dieser Zeit meiner Schwangerschaft eine Art Sog gesellschaftlicher Erwartung, der mir anheim legt, doch mein berufliches Leben zu vergessen, was mich zunächst wütend machte. Nun aber sage ich mir: Was soll's? Ich habe noch nie in ein Raster gepasst. Ich bin Frau und Mutter. Niemand kann mir vorschreiben, was und wie ich sonst noch sein soll. Die Aufgabe meines Geschäfts mag eine Auszeit sein - aber ich werde sie nutzen, getreu dem Ausspruch von Herrn Nietzsche: 'Denken Sie nicht, ich weiche...ich nehme nur Anlauf.'

Ein guter Artikel, der es wert wäre, weiter dikutiert zu werden.

Viele Grüße
Mascha

Veröffentlicht von Natascha Komander, Seine Homepage here An 02/21/2007 bei 14:19

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