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Der, den ich liebe,
hat mir gesagt,
dass er mich braucht.
Darum
gebe ich auf mich acht,
sehe auf meinen Weg und
fürchte jeden Regentropfen,
dass er mich erschlagen könnte.

Berthold Brecht

 
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An einem Sommertag PDF Drucken E-Mail
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Sonntag, 3. September 2006

Am Straßenrand

Ich glaub, es war an einem Sonnentag
im letzten Sommer.
Ich saß am Straßenrand und wartete
auf irgendwas.
Der Himmel war blau angestrichen
und Vögel flogen rum -
nur so zum Spaß.

Ein paar Lämmerwölkchen zogen hoch am
Himmelszelt dahin.
Pusteblumen spielten Fallschirmspringen
im Sommerwind.
Schmetterlinge flatterten auf Nesselblätter
und auf dem Baume zwitscherte ein -
Schwalbenkind.

Auch ein Eichhörnchen, auf einem Aste sitzend,
genoss den warmen Tag;
es kam mir vor, als ob es in
die Ferne schaute.
Ein Igel fing zum Mittagessen einen Käfer,
während ich an einem -
Grashalm kaute.

Plötzlich erklang in meinen Ohren ein Surren wie von
Omas Nähmaschine.
Dann - nach einer Weile - lärmt es wie
ein Rasenmäher
und endlich brummte ein Motorrad
den Berghang rauf und -
immer näher.

Ich traute meinen Augen nicht, denn höre nur
und staune!
Im Beiwagen, da saß ein Fuchs mit einer Blume
in der Hand.
Ein Dachs war Lenker des Gefährts und saß
auf der Maschine -
äußerst elegant.

Dem Eichkatz gaben sie ein Zeichen, worauf dies
mit einem Satz
den Baum verließ und aufs Motorrad sprang. Daneben fiel
es nicht.
Der Dachs gab Gas, und nach der nächsten
Kurve verschwanden sie -
aus meiner Sicht.

Der Igel, dem ich mein Erstaunen mitteilen wollte,
meinte nur:
„Tja, Hühner haben keine Chancen, denn Füchse lieben
Hühnerbein."
Ich wusste gleich, wie er das meinte. Drum reist
das Huhn auch stets -
alleine.

Der Igel und ich schwatzten noch eine
kleine Weile.
Dann musste er nach Haus und eilte durchs
hohe Gras.
Ich blieb allein am Rand der Straße sitzen
und wartete auf -
irgendwas.

© Margret Silvester
erschienen in "Lyrik und Prosa" - edition feldhase, 1990

 
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User Comments

Liebe Natascha, vielen lieben Dank für deinen Kommentar.
Der Text wurde ehem. für ein Kinderbuch erstellt. Das Buch erschien später als 'Leporella' unter dem Titel 'Sieben Tage mit Fuchs und Dachs' mit einem weitaus kürzeren Untertext (auch von mir) pro Seite (wegen Platzmangels) und galt lt. 'ZEIT' als eine Art Geheimtipp. Die limitierte Auflage wurde nicht nachgedruckt. Leider. ABER: Just habe ich - dank deiner Anregung - dem Buch nachgespürt und entdeckt, dass es noch angeboten wird:
http://www.amazon.de/Sieben-Tage-mit-Fuchs-Dachs/dp/B003B8TCDE
Herzliche Grüße
Margret

PS
Ich meine, du hast das Buch?

Veröffentlicht von Margret Silvester, An 04/06/2011 bei 15:57

Liebe Margret,

ein Fuchs mit Blume und ein Dachs als Lenker ... oder wars eine Dächsin? Was für ein schönes Bild. Was man auf Reisen doch so alles erleben kann ... oder wars sinnieren beim schreiben? Wo ist eigentlich der Unterschied? Vielleicht ist das ja manchmal auch gar nicht so wichtig. Mir jedenfalls gefällt dieses Gedicht und ich werde es meinen Kindern vorlesen, wenn sie alt genug sind, um es zu verstehen.

Liebe Grüße von der Mascha

Veröffentlicht von Natascha Komander, An 01/19/2009 bei 21:46

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