Über
Geschmack
lässt
sich
nicht
streiten.
Und
vor
allem
nicht
über
den
unterschiedlichen
Geschmack
von
Müttern
und
Töchtern.
Gestern
auf
der
Eppendorfer
Landstraße :
Ich
trödele
vor
mich
hin
und
schaue
in
die
Auslagen,
die
nun
ganz
im
Zeichen
des
Winterausverkaufs
stehen.
Da
kann
man
schon
mal
das
eine
oder
andere
Schnäppchen
ergattern.
Vor
einem
der
Modeläden,
derer
wir
in
Eppendorf
gar
nicht
genug
bekommen
können,
steht
ein
Kleiderständer
mit
etlichen
« stark
herabgesetzten «
Artikeln.
Ins
Auge
fiel
mir
eine
knielange
Weste,
die
mit
bunten
Fellstücken
besetzt
ist.
Wer
mich
kennt,
weiß,
dass
solche
Dinge
zu
meinen
Favoriten
gehören,
vor
allem
mit
Webpelz
und
kein
Tier
hat
sein
Leben
extra
lassen
müssen.
Nun,
diese
Fellweste
hängt
gleich
als
erste
auf
dem
Ständer
und
so
steige
ich
vom
Rad
und
schaue
sie
mir
näher
an.
Es
ist
echter
Pelz,
leider,
lebender
Träger
unbekannt
und
deshalb
schon
nicht
für
mich
geeignet.
Gut,
Felle
von
Nutztieren,
die
ohnehin
ihr
Leben
gelassen
haben,
um
unseren
Hunger
zu
stillen,
stehen
bei
mir
nicht
auf
der
roten
Liste.
Diese
Weste
aber
– so
scheint
mir
– ist
von
anderer
Qualität,
was
auch
der
um
50
Euro
herabgesetzte
Preis
aussagt.
Sie
soll
immerhin
noch
259
Euro
kosten,
also
auch
nix
für
meine
Geldbörse.
Aber
schön
sieht
sie
aus,
ohne
Frage.
Ich
schiebe
mein
Rad
weiter,
werde
aber
Zeugin
eines
Gespräches
nachfolgender
Passanten
und
da
diese
sich
ebenfalls
für
die
Fellweste
interessieren,
sind
meine
Ohren
mal
wieder
doppelt
groß
und
aufgestellt.
Ich
drehe
mich
auch
unauffällig
um
und
sehe
zwei
Frauen.
Die
eine
nahe
bei
meinem
Alter,
die
andere
bedeutend
jünger,
so
um
die
25
Jahre
alt.
Die
Ältere:
«Ach,
schau
mal,
die
ist
aber
schön.
Ob
sie
mir
passt?»
Die
Jüngere:
«Mann,
Mutsch
(aha!),
die
ist
doch
total
schrottig!»
Mama (enttäuscht):
«Findest
du?»
Die
Tochter: " Du
willst
dir
so
was
doch
hoffentlich
nicht
kaufen.
Da
kannst
du
die
nächsten
Bummel
allein
machen.»
Die
Mutter
seufzt
und
beide
gehen
weiter.
Sie
überholen
mich
und
ich
höre
die
Tochter
noch
so
allerlei
von
sich
geben.
Von
der
Mode
im
einzelnen
und
von
der
Mode
der
Mutter
(die
durchaus
pasabel
gekleidet
ist)
im
besonderen.
Das
Gespräch
verliert
sich
nach
einiger
Zeit
im
Getümmel
der
anderen
Passanten.
Einen
kleinen
Nachsatz
muss
ich
aber
einschieben.
Die
Tochter
hatte
meiner
Ansicht
nach
absolut
spießiges
Zeugs
an.
Womöglich
unter
ihrem
Mantel
versteckt
sogar
einen
Faltenrock,
wenn
mich
nicht
alles
täuscht.
Wie
war
das
noch ?
Schwach
kommt
die
Erinenrung
hoch
aus
Zeiten,
in
denen
wir
Mütter
reihenweise
gezwungen
waren,
völlig
zerfetze
Jeans
und
anderes
mit
verwegenen
Outfits
am
übrigen
Körper
unserer
Töchter
und
Söhne
zu
tolerieren
und
ihnen
zur
Seite
zu
gehen
und
stehen ;
komme,
was
da
wolle.
Ich
erinnere
mich
ganz
schwach
an
Einwändungen
meinerseits,
doch
zumindest
heiles
Zeug
anzuziehen
und
ich
erinnere
mich
an
die
Anworten,
die
mir
noch
in
den
Ohren
klingen.
«Wieso?
Das
sieht
doch
gut
aus.
So laufen wir alle rum. Das
ist eben die heutige Mode.
Du
hast
ja
keine
Ahnung.
Was
mischt
du
dich
da
ein?
Das
ist
doch
meine
Sache.»
Je
nun,
die
Zeiten
ändern
sich
eben.
Und
die
Mütter
haben
sich
dem
treffsicheren
Urteil
der
Töchter
zu
fügen,
was
für
sie
gut
ist
und
was
«schrottig».
Das
war
schon
bei
den
alten
Lateinern
so.
De
gustibus
non
est
disputandum.
Genau.
Liebe
Mütter,
tragt,
was
ihr
wollt
und
wie
ihr
wollt.
Es
ist
eure
ur-ur-ureigene
Sache.
Im
Januar 2012
© Margret
Silvester
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