Hamburgs Wege, insbesondere die für Zweiräder Hamburg ist so wunderschön, so voller Superlative und Besonderheiten; hier toben täglich Winde und teilen die Menschen dieser...
Ein Leben in einem Fluß,
wo man ab und zu mal ans Ufer schwimmen kann
und sollte und den Fluß vorbeiziehen sieht,
ist immer noch besser als
ein Leben auf der Überholspur einer Autobahn.
Mai 2010, D. Schrage
Brücken über Flüsse
Dienstag, 21. September 2010
Unsere schöne Stadt Hamburg hat alles in allem rund 2500 Brücken. Da mögen einem die 500 Brücken von Hamburgs Partnerstadt St. Petersburg gering erscheinen, doch es gibt ein paar Superlative:
Entlang der Newa kreuzen Brücken unterschiedlichster Größe das Gewässer. Die längste mit einer Breite von 906 m - das ist die Alexander-Newskij-Brücke - und die schmalste Brücke der Stadt, die Bankbrücke, eine schöne Fußgängerbrücke über den Gribojedow-Kanal. Sie ist nur 1,85 Meter breit.Dann rühmt sich St. Petersburg auch noch mit der breitesten Brücke der Welt; diese „blaue Brücke" ist 97 m breit.
Die Brücken wären aber weiterhin nur Brücken, hätten sie nicht etwas ganz besonders, etwas, was sie in dieser Menge von allen anderen Stadtbrücken unterscheidet. Es ist nämlich so, dass sie in großer Anzahl Klappbrücken sind. Das tun sie des Nachts, wenn die Schiffe die Newa hinauffahren.
Das ist für die Schiffe toll, für Menschen, die in St. Petersburg nur urlauben oder ein paar Tage "auf Besuch" sind, kann das weniger toll sein. Immer dann, wenn sie beschlossen haben, einen kleinen Nachtbummel zu machen - die weißen Nächte eignen sich besonders dafür - und sie sind auf der falschen Seite des Flusses, wenn die Klappbrücke hochgeht, die sie eigentlich für ihren Heimweg benötigen. Da ist es ganz schlau, sich vorher nach den Klappzeiten zu erkundigen oder man muss zwangsweise seinen nächtlichen Spaziergang ein paar Stunden lang ausdehnen. Ist doch auch eine sehr gute Ausrede für das Zuspätkommen, oder?
So werden die Wasserfahrzeuge mit Salut begrüßt und das auch noch in einer Beleuchtung, die weithin sichtbar ist. Wann immer Stadtfeste gefeiert werden, schmücken sich die Brücken besonders hell, setzen Fackeln in die dazugehörigen Fackelhalter und strahlen in die Nacht. Ein Magnet für viele Touristen, die wohl auch hauptsächlich deshalb nach St. Petersburg kommen. Nein, sie kommen natürlich auch wegen der goldenen Dächer und der weißen Nächte. So kann man wohl sagen, dass die „graue" Stadt am Meer doch eigentlich bunt ist, leuchtend ist und wenn der Zauber einer Nacht, in der die Sonne nicht ganz untergeht, auch noch sommerlich warm ist, kann ich mir vorstellen, dass viele Menschen ganz verzückt sind. Mir sind diese Schauspiele leider nicht in der beschriebenen Weise zuteil geworden, weil mein Aufenthalt in St. Petersburg doch sehr regnerisch war und der helle Sommerhimmel durch die graue Wolkendecke nur zu erahnen gewesen ist. Sommer gab es erst nach meinem Aufenthalt und dann aber satt.