Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Und vor allem nicht über den unterschiedlichen Geschmack von Müttern und Töchtern. Gestern auf der Eppendorfer Landstraße : Ich...
Die Menschheit lässt sich leicht in zwei Kategorien einteilen:
Katzenliebhaber und vom Leben Benachteiligte. Francesco Petrarca
Fahr mit der Bahn - der DB
Mittwoch, 28. Juli 2010
Fahr mit der Bahn - der Deutschen Bahn - versteht sich.....
In der Wärme dieses Sommers wird der Wunsch nach Küstenfahrten immer drängender und so eignen sich längere Wochenenden durchaus, wenn sowohl Ost- als auch Nordseeküste im Tagespendelbereich liegen.
Es ist gar keine Frage: Wir wollen doch die Zeit am Strand und nicht im Stau verbringen. Deshalb und auch des Geldes wegen kommt die DB uns mit Preisen entgegen, über die man gar nicht meckern kann. So ein Schleswig-Holstein-Tickett für einen Tag und fünf Erwachsene mit demselben Ziel ist erschwinglich wie nur irgendwas.
Auskunft über Zugverbindungen gibt's im Internet und anderswo - weshalb anderswo am Schluss sinnvoller ist, wird sich dem Leser noch erschließen.
Wenn ich per Gleis Hamburg verlassen und fernfahren möchte, empfinde ich den Bahnhof Altona geeigneter als den Hauptbahnhof, weil ich ihn einfach bequemer erreiche. Also beschloss ich, auch an diesem Samstag hier zu starten und googelte die Bahnverbindung zum Timmendorfer Strand. Schnell hatte ich die Antwort, aber leider gab es keine Angabe darüber, von welchem Bahnsteig der Zug startet. Nun, der Bahnhof ist übersichtlich, aber wenn man sich mit Freunden treffen möchte, ist es sinnvoll, den Punkt genau festzulegen und für die Zu-spät-Kommenden schön, wenn sie wissen, wo der Zug abgeht. Also wählte ich die im Netz angegebene Telefonnummer für die Bahnauskunft.
Freudig stellte ich fest: Nach nur zweimaligem Läuten eine Stimme!
„Herzlich willkommen bei der Deutschen Bahn!" Die Stimme war an Fröhlichkeit nicht zu überbieten, aber mir war schnell klar - hier ist ein Band am anderen Ende.
Das Band: „Nennen Sie mir bitte zuerst Ihren Ort, von dem Sie abfahren möchten und Ihren Zielort."
Ich: „Bahnhof Altona bis Timmendorfer Strand."
Das Band: „Habe ich Sie richtig verstanden? Sie möchten von Reit im Winkel nach Timmendorfer Strand?"
????
Ich: „Nein."
Das Band: „Wiederholen Sie bitte Ihre Angaben. Nennen Sie zuerst Ihren Ort, von dem Sie abfahren möchten und dann Ihren Zielort."
Ich: „Ich möchte vom Altonaer Bahnhof nach Timmendorfer Strand." - Anzumerken ist, dass ich klar und deutlich spreche - meistens.
Das Band: „Habe ich Sie richtig verstanden? Sie möchten von Altena nach Timmendorfer Strand?"
???
Ich: „Nein, nein, nein!!"
Das Band: „Ich habe Sie nicht verstanden. Wiederholen Sie bitte Ihre Angaben. Nennen Sie...."
Da hab ich vorerst aufgelegt und überlegt, was hier schief läuft. Gut, Altona und Altena kann man verhören, aber Reit im Winkel?
Ich habe die Nummer noch einmal gewählt und wieder ertönt die fröhliche Stimme vom Band. Das überschlag ich jetzt mal und setz da fort, wo ich meine Angaben machen muss.
Ich: „Ich möchte vom Bahnhof Altona in Hamburg nach Timmendorfer Strand."
Nun bin ich gespannt.
Das Band: „Diese Verbindung kann ich nicht feststellen. Wiederholen Sie bitte Ihre Angaben."
Dies war der Zeitpunkt, an dem ich das Wachsen von Unmut und grauen Haaren bemerkte. So langsam....
Ich: „Ich möchte vom Bahnhof Altona in Hamburg nach Timmendorfer Strand."
Das Band: „Habe ich Sie richtig verstanden? Sie möchten vom Bahnhof Altona in Hamburg nach Timmendorfer Strand?"
Ich: „Ja!" Phhhhhhhhhhhh. Endlich.
Das Band: „Geben Sie jetzt bitte an, wann Sie fahren möchten. Sagen Sie zum Beispiel ‚Morgen um 10 Uhr‘."
Ich wollte aber nicht ‚morgen um 10 Uhr‘ fahren, also antwortete ich diesem automatischen Nervenzermürber:
„Ich möchte am Samstag, den 24. Juli um 09:00 Uhr fahren."
Das Band: „Eine Verbindung dieser Art kann ich nicht feststellen. Wiederholen Sie bitte Ihre Angaben. Sagen Sie zum Beispiel: ‚morgen ..... usw.
Ich hab aufgelegt.
Aber so schnell gebe ich nicht klein bei. Ich wollte doch eigentlich nur das Gleis wissen. Ich habe also erneut die vielbesuchte Seite bei google aufgerufen und eingegeben „Bahnhof Altona Information". Toll! Warum nicht gleich so? Da stand es. Mit map und Anschrift und Telefonnummer. Wieso bin ich eigentlich nicht sofort auf diese Idee verfallen? Nun, Sie werden es gleich nachlesen können.
Ich habe diese dort angegebene Telefonnummer sofort gewählt und hatte ... die Bundespolizei am Apparat. Wir haben dann die von mir gewählte Nummer verglichen und festgestellt, dass es eine fehlerhafte Eingabe im Netz ist, also ich habe mich nicht verwählt.
Ich konnte den Beamten beruhigen, indem ich ihm erklärte, seine Hilfe zumindest heute noch nicht zu benötigen. Er fragte dann, wen ich eigentlich hätte anrufen wollen und ich gab Auskunft. Da hat dieser freundliche Mensch mir eine Telefonnummer gegeben, die er in seiner Funktion als Bundespolizist bestimmt in einer kleinen feinen Kartei gespeichert hat.
Meines Dankes gewiss legten wir beide auf und ich wählte diese neue Nummer.
Es ist kaum zu fassen. Es war die Information des Bahnhofs Altona, resp. eines Mitarbeiters dort. Der meldete sich mit einer vergrätzten Stimme. Wenn man schon einmal gesehen hat, wie die Mitarbeiter dort in der Information untergebracht sind, kann man das sicher nachvollziehen, das Vergrätzte. Was ich wolle? Ich wollte nach wie vor nur die Angabe, von welchem Gleis oder Bahnsteig der Zug am Samstag nach Timmendorfer Strand fährt.
Vom Bahnhof Altona führe kein Zug nach Timmendorfer Strand. Da müsse ich mit der S-Bahn bis Hauptbahnhof und dann von dort. Und woher ich im Übrigen diese Telefonnummer habe? Die sei gar nicht für die Öffentlichkeit. Ich habe ihm wahrheitsgemäß berichtet, dass mir die Bundespolizei dazu verholfen habe. Ein paar Sätze weiter wäre das Gespräch sicher irgendwie aus den Fugen geraten. Deshalb habe ich mich herzlich bedankt und aufgelegt.
Danach passierte nichts Spektakuläres mehr. Ich habe in der Mittagspause die DB-Info in der Eppendorfer Landstraße aufgesucht, einen sehr freundlichen und kundendienst-beflissenen Mitarbeiter dort angetroffen, der mir von der korrekten Auskunft bis zur Fahrkarte alles gegeben hat, was ich brauchte.
So ist eben die heutige Zeit. Viele Maschinen und nichts dahinter. Das Gespräch von Angesicht zu Angesicht bringt eben doch die besseren Ergebnisse.