Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Und vor allem nicht über den unterschiedlichen Geschmack von Müttern und Töchtern. Gestern auf der Eppendorfer Landstraße : Ich...
Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlung. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheit. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.
(aus dem Talmud)
Nun auch hier: Der Winter....
Freitag, 19. Februar 2010
Ach,
dieser Winter.....
ein
Ärgernis?
Kürzlich
erschien in einer Mitgliedszeitschrift von ver.di ein launiger
Artikel zu den Ärgernissen des Winters. Da das Recht zur
Veröffentlichung des Artikels selbst nicht bei mir liegt, hier also
nur meine Antwort darauf. Sie lässt jedoch Rückschlüsse auf den
Artikel durchaus zu, kann aber meiner Ansicht nach auch ohne Kenntnis
dessen gelesen werden.
Bären
im Schnee
Lieber
Korrespondent Clemens P. (seines Zeichens ein Bär) aus Hamburg,
aufgrund
der zwischensprachlichen Barrieren (ich meine denen zwischen Bär und
Mensch) erlaube ich mir das „Du" in meinem Leserbrief.
Vergnüglich,
wie immer, wandte ich mich deinem Artikel zu und musste dann
feststellen, dass es um eine ernste Sache geht. Den vielen Schnee,
den uns dieser Winter bescherte und die Folgen daraus.
Der
Superlative - da gebe ich dir recht - waren ja kein Ende, als die
ersten Flocken fielen. Früher
nannte man es Winter, sagte
sinngemäß TV-Moderator Alexander Bommes im Hamburg-Journal, als ihm
das Gestöhne schon zu Beginn auf den Wecker ging. Ja, früher nannte
man es Winter. Und viele, viele Jahre hörte ich um mich herum
Nörgeleien ob der Klima-Veränderung und dass wir überhaupt keinen
richtigen Winter mehr haben. Ach, und wie schade, kein
Alstervergnügen, wo wir doch so gerne feiern. Vergnügen ja, Winter
nein. So könnte man das verstehen.
Mir fiel
in den letzten Wochen auf, dass viele Menschen - in Erinnerungen
der letzten milden Winter verhaftet - ihr Winterzeug gar nicht
herausholten. Sie standen und froren. Eitle dünne Mäntel um die
zitternden Schultern gelegt, Kopfbedeckungen, die kaum als solche
bezeichnet werden konnten, dazu ein Schirm - ein SCHIRM -
aufgespannt, weil von oben Flocken fielen. An den Füßen dünne
Lederschuhchen, ganz schick in Schale, möchte ich sagen, aber nicht
wintertauglich. Am Altonaer Bahnhof stand eine Gruppe von Teenies mit
dünnen Turnschuhen an den Füßen, kurzbejackt und taillenfrei,
hoppsend und zähneklappernd zwischen den Bänken der
Bushaltestellen.
Gut,
gut. Das Eis ist diesen Winter wohl ein Problem. Ich, die ich zu
denen gehöre, die von Alters her - von meinem Alter her - viele
Winter gesehen hat, nämlich so'ne und solche, erinnere mich gut:
Die
Straßen waren früher gar nicht gestreut. Die Fußwege? Ja, die
schon. Mit der Asche der eigenen Öfen. Und gefallen sind wir auch
manchmal. Aber irgendwie kannten wir Eis auf den Wegen. Entweder
haben die Leute, die schon älter sind, kein Langzeitgedächtnis mehr
oder sie haben früher hier nicht im Norden gewohnt. Na ja,
zugegeben, Öfen stehen nur noch in sehr wenigen Wohnungen der Stadt.
Ich will
die Stürze meiner heutigen Zeitgenossen - vor allem derer, die
ohnehin nicht gut auf den Beinen sind - und die Folgen gar nicht
verharmlosen. Das tut weh. Aber ich denke, einiges ist hausgemacht.
Wenn ich mit Ledersohlen über die vereisten Wege laufe und es eilig
habe - ZACK! liege ich dar nieder. So ist das. Habe ich aber
wettertaugliches Schuhzeug an, mit Gummi oder Krepp, und gehe
aufmerksam auf Wegen, die nicht oder nicht richtig gestreut sind,
habe ich bessere Karten. Nicht zu 100%, aber doch...
Nachbarn
kommen ihrer Räum- und Streupflicht nicht nach, das ist sicher ein
Ärgernis. Aber wo kommen wir hin, wenn wir alle immer auf die
Verursacher von Missverhältnissen zählen?
Selbst
ist die Frau und der Petz. Tüte Sand in die Hand und ab dafür. So
kommen wir alle sicher ans Ziel. Die Suche nach dem Schuldigen
belastet nur die Anwälte und später womöglich die Gerichte. Der
Sturz belastet die Krankenhäuser und vor allem ja uns selbst.
Und
einen Schneegipfel braucht es meiner Ansicht nach auch nicht, wenn
schon, dann im Vorfelde eines nahenden Winters, damit frühzeitig
geplant werden kann.