Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Und vor allem nicht über den unterschiedlichen Geschmack von Müttern und Töchtern. Gestern auf der Eppendorfer Landstraße : Ich...
Was
sind das nur für schreckliche Zeiten, in denen Manager und
Vorstandsvorsitzende ihren Hut - angefüllt mit 22 Mio. Euro -
nehmen und gehen müssen? Dabei haben sie den Hut gar nicht vor
sich liegen gehabt, um zum Beispiel mit einem flotten
Geigenbogenstrich oder einem Pappschild um den Hals für Mitleid
zu werben.
Es
ist einfach grausam - nun stehen sie am Rande ihres Golfplatzes und
sehen die Bälle rollen. In Löcher, die sie selbst
gesetzt haben. Löcher, die groß genug sind, um ganze
Golfball-Fabriken damit zu füllen. Oder sie sitzen auf dem
Sonnendeck ihrer Yacht, nagen am trockenen Toast mit Kaviar und schlürfen den abgestandenen
Champagner. Ja, er ist abgestanden. Immerhin mussten sie ihre Gläser
für ein, zwei Tage plötzlich und unerwartet wegen einberufener letzter Sitzungen im Vorstand stehen
und den Kaviar liegen lassen.
Da
haben es die ALG II-Bezieher einfacher. Sie plagen sich nicht mit
diesen Sorgen. Sie brauchen doch nur einmal weniger im Monat essen zu
gehen und schon ist die Sache geritzt.
Einmal
weniger? Wie geht man denn einmal weniger essen, wenn man überhaupt
nicht essen geht?
Aber
wir haben in der Schule im Mathe-Unterricht doch immer aufgepasst -
Minus Eins mal minus Eins ergibt plus.
So
kann ein ALG II-Bezieher - wenn er das einige Monate durchhält
- vermutlich sämtliche Mahlzeiten in Restaurants zu sich
nehmen. Wär doch gelacht. Und wenn er dann noch seinen Hut neben
sich auf den nächsten leeren Stuhl legt, wer weiß?
Vielleicht fallen da auch ein paar Euro hinein. Es müssen ja
nicht gleich 22 Mio. sein.
Wohl dem, der die Mathematik beherrscht - zu seinen eigenen Gunsten.