Nein, viel hinzuzusetzen bleibt dem wirklich nicht. Viele gute Gedanken, denen auch ich zustimme, sind bereits in diesem Artikel. Außer einer Kleinigkeit vielleicht, über die ich von Zeit zu Zeit immer wieder nachdenke.
Wechselnde Zeiten haben wechselnde Vorbilder und Trends, auch und gerade für die Jugend. Trends spiegeln ein gesellschaftliches Klima nicht nur wider, sie können auch ein bestimmtes Klima erschaffen. Vor meinem geistigen Auge tauchen die unterschiedlichsten Vorbilder auf, die einst gewesen - und nun vergangen sind. Wie sehen sie heute aus? 'Trendy' ist, eine Szene zu kopieren, wie sie z.B. in amerikanischen Großstädten in sogenannten sozial schwachen Gegenden existiert. 'Trendy' ist das Ghetto, ein Leben mit Kleinkriminalität, etc.
Die Wenigsten kennen die Gesellschaft, aus der diese Elemente kommen. Ich habe in den Staaten gelebt, im Ghetto gewohnt, weil ich dort arbeitete. Ich weiß, dass nichts an dem, was ich sah, dazu gedacht und geeignet wäre, als Trend verkauft zu werden. Es ist ein Leben im Elend und nichts, das in irgendeiner Form - und sei es nur in Form eines äußerlichen Gerippes - nachgemacht werden sollte.
Meine ketzerischen Gedanken dazu sind folgende:
Trends können gut verkauft werden. Sie sind dazu in der Lage, Gesellschaft in einer bestimmten Weise zu formen, Jugend zu formen. Wird 'das Ghetto' als Modell verkauft, ist dieser Trend theoretisch dazu in Lage, eine Zweiklassengesellschaft auf wundersame Weise zu zementieren. Gewalt unterstützt dieses Modell allemal.
Nur so dahin gedacht ...
Viele Grüße
Mascha