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Enttäuschungen sind leichter zu ertragen als Täuschungen (silvi, 7/2006)
 
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Macht aus Ohnmacht PDF Drucken E-Mail
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Dienstag, 15. Januar 2008
Artikel Inhalt
Macht aus Ohnmacht
Seite 2
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Die Macht aus der Ohnmacht
siehe auch: http://www.edition-hollerbusch.de/content/view/278/30/

Alle reden von der Gewalt, mit der einige Kinder und Jugendliche ihren Alltag bestreiten. Da will ich nicht nachstehen und meine Gedanken in die Welt schicken (na ja, zumindest an die Besucherinnen und Besucher der edition hollerbusch).

Ich werde hier nicht mit negativen Statistiken und deren positiven Zahlen aufwarten, das geschieht an anderer Stelle schon zur Genüge und es gibt Leute, die geilen sich geradezu daran auf, wenn sie immer noch wieder neue Zahlenwerke der Öffentlichkeit preisgeben, wobei niemand genau prüfen kann, ob und welche Zahlen denn nun die „echten“ sind. Ich werde jetzt auch nicht davon anfangen „als wir noch einen Kaiser hatten“. Die Zeiten hatten ebenfalls ihre schlechten Seiten und mit Ladestöcken im Rücken und der Siebenschwänzigen Peitsche an der Wand konnte sich kein freier Geist entwickeln. Das – hoffe ich – haben wir doch überwunden.

Was hat sich aber geändert? Erstens einmal sind wir viele mehr geworden auf dieser Welt. Die Bevölkerungszahl verdichtet sich so allmählich auf der Erde und besonders dicht ist sie in den großen Städten. Da kommt zusammen, was sehr unterschiedlich ist. Charakterlich - meine ich, national - meine ich, persönlichkeitsgeprägt - meine ich. Die Liste ist endlos.

Gleich sind wir dem Grunde nach nur, weil wir einer Spezies angehören. Wir werden geboren, weil es Eltern gibt – ja, Eltern. Eine Mutter und einen Vater. Denn über den Zeugungsakt sind wir uns wohl alle einig. Noch. Es wird vielleicht eines Tages anders sein und Aldous Huxleys "Schöne neue Welt" wird dann leider Recht behalten haben. Aber zu dieser Zeit ist die Elternschaft eher noch die Regel. Auch, wenn nicht alle Eltern gemeinsam die Kinder aufziehen und manchmal fehlt es überhaupt an der nachgeburtlichen Betreuung auch nur eines Elternteils. Dies vorweg geschickt, wird irgendwie deutlich, dass uns so vieles nicht trennt, wenn man den Homo sapiens sapiens (d.h. „der weise kluge Mensch – hört, hört!) betrachtet.

Aber Unterschiede gibt es dennoch. Siehe oben.

 



 
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User Comments

Nein, viel hinzuzusetzen bleibt dem wirklich nicht. Viele gute Gedanken, denen auch ich zustimme, sind bereits in diesem Artikel. Außer einer Kleinigkeit vielleicht, über die ich von Zeit zu Zeit immer wieder nachdenke.

Wechselnde Zeiten haben wechselnde Vorbilder und Trends, auch und gerade für die Jugend. Trends spiegeln ein gesellschaftliches Klima nicht nur wider, sie können auch ein bestimmtes Klima erschaffen. Vor meinem geistigen Auge tauchen die unterschiedlichsten Vorbilder auf, die einst gewesen - und nun vergangen sind. Wie sehen sie heute aus? 'Trendy' ist, eine Szene zu kopieren, wie sie z.B. in amerikanischen Großstädten in sogenannten sozial schwachen Gegenden existiert. 'Trendy' ist das Ghetto, ein Leben mit Kleinkriminalität, etc.

Die Wenigsten kennen die Gesellschaft, aus der diese Elemente kommen. Ich habe in den Staaten gelebt, im Ghetto gewohnt, weil ich dort arbeitete. Ich weiß, dass nichts an dem, was ich sah, dazu gedacht und geeignet wäre, als Trend verkauft zu werden. Es ist ein Leben im Elend und nichts, das in irgendeiner Form - und sei es nur in Form eines äußerlichen Gerippes - nachgemacht werden sollte.

Meine ketzerischen Gedanken dazu sind folgende:

Trends können gut verkauft werden. Sie sind dazu in der Lage, Gesellschaft in einer bestimmten Weise zu formen, Jugend zu formen. Wird 'das Ghetto' als Modell verkauft, ist dieser Trend theoretisch dazu in Lage, eine Zweiklassengesellschaft auf wundersame Weise zu zementieren. Gewalt unterstützt dieses Modell allemal.

Nur so dahin gedacht ...

Viele Grüße
Mascha

Veröffentlicht von Natascha Komander, Seine Homepage here An 01/16/2008 bei 19:20

Na, dem bleibt natürlich nichts hinzuzusetzten. Schuld haben wir alle. In welcher Reihenfolge auch immer. Warum können Jugendliche am hellichten Tag unbehelligt jemanden zusammen schlagen? Eben, weil wir alle verantwortungslos daran vorbeischauen.
Und wer jahrlelang soziales streicht um sich dann hinzustellen und nach härteren Strafen zu weinen, dem könnte man glatt einen fiesen-miesen, von langer Hand geplanten Wahlkampf unterstellen.
Aber sich wundern und heulen braucht keiner. Und allen denen, die hier lesen, unterstelle ich auch das Wissen darum.

Veröffentlicht von Julia Richert, An 01/16/2008 bei 15:39

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