Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Und vor allem nicht über den unterschiedlichen Geschmack von Müttern und Töchtern. Gestern auf der Eppendorfer Landstraße : Ich...
Faunsflötenlied Ich glaube an den großen Pan,
Den heiter heilgen Werdegeist;
Sein Herzschlag ist der
Weltentakt,
In dem die Sonnenfülle kreist. Es wird und stirbt und stirbt
und wird,
Kein Ende und kein Anbeginn.
Sing, Flöte, dein Gebet der
Lust!
Das ist des Lebens heilger Sinn.
Otto
Julius Bierbaum *1865 +1910
Im Moor
Montag, 17. Juli 2006
Im Moor
Mit einem Mantel möchte ich mich bedecken
und meine Missgestalt verstecken.
Kann mich nicht rühmen,
eines Freundes Freund zu sein
und auch kein Weib nenn ich mein eigen.
Keinem darf ich mich mehr zeigen,
drum geh ich meine Straße ganz allein.
Durch Moore schleich ich meiner Wege,
hab zur Gesellschaft nur den Mond,
der mich mit einem fahlen Licht belohnt,
eher mir zum Ärger als zur Freude.
Meine Nahrung fische ich in Tümpeln,
deren Oberflächen Blasen schlagen
und bade zwischen Scheußlichkeiten,
die allesamt mein Abbild tragen.
Denn von mir sind sie gezeugt
und keiner hat mich dran gehindert,
als ich Mensch unter Menschen war.
Zur Umkehr ist es jetzt zu spät,
hinaus gejagt und jeder Liebe bar
such ich mein Lager mir zur Nacht
und bette meinen Restverstand
auf ein winzig Inselland.
Meine Sehnsucht nach Gesellschaft
wird gestillt
durch eine fette braune Kröte,
die mir im Röhricht eine Serenade bringt.
Wenn mein Körper einst im Moor versinkt,
sind meine Spuren längst mit Wasser aufgefüllt.