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Dienstag, 9. Oktober 2007

Zeit des Nachtgelichters
Akrostichon VII


Langsam gehen Sonnentage in den Abend ein,
Amseln singen schon nicht mehr im frühen Wind,
Trächtig hängt der Wein; im Dämmer weint ein Kind,
Es friert, denn erste Kühle schleicht herein.

Rosenranken tragen zartes Gelb zum Mauerstein,
Nicken mit den letzten Blüten, die vorhanden sind,
Ehe sie dann fallen, welk das Blatt, das Auge blind.
Nicht viel anders als am Ende menschliches Gebein.

Leise Lichter schwanken, weisen einen Weg
In die letzten sommerlich getarnten Ecken.
Erntefeuer brennen überall im Land.

Die Kaninchen graben Baue in den weichen Sand.
Ewig können sie sich darin nicht verstecken;
Raben sitzen wachen Auges nah auf einem Steg.


© Margret Silvester, Herbst 2007

publiziert in der Anthologie "Oliven - mattes Grün" Dorante edition, 2009
http://www.literaturpodium.de/buchladen/oliven.htm

 
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