Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Und vor allem nicht über den unterschiedlichen Geschmack von Müttern und Töchtern. Gestern auf der Eppendorfer Landstraße : Ich...
Im Laufe der Zeit
nimmt die Seele
die Farbe deiner Gedanken an.
Marc Aurel
Kökschenpastete
Samstag, 30. Dezember 2006
Kökschenpastete
Wat min Tant Gretl west is, de wull jümmers n Köksch warn. Se har nemligen den fixe Idee förn eegen Krog opt Land. Er Vadder, en stolten Nordfrees, wor Pinselquäler, as he sülben seggen do, un de har för son Tünkrom nix an Hut. Obers Köksch, dat wer god, segg he. "Denn kanns ok mi mien Eeten koken."
Un so kom Tant Gretel, de domols Gretchen röpen war, int Hus bi de Konradts, n Hamborger Köpmannfamilie. Dor schall se dat Kökschenhandwark leern. De ole Köksch het Miranda un wor ok noch den Kutscher Hermann sin Fru. De leevt all in de grote statsche Villa oppe Alfredstraat, in en smuck Gord belegen. Dortau hört nok veer Kinners - ne, nich to Miranda un Hermann, man to Alwine und Max Konradt. Un en groten Hund so grot as en Kalv, den het Wilhelm, jüst as den Kaiser in düsse Tied. Un Gretchen möt mit den Wilhelm jedweden Dog dreemol rut.
Jümmers an Altjohrsoabend giv dat n finen Pastet to eeten. De heet Imparnada un wat dortau hört, het Max Konradt vun een Res mitbrokt, vun Spanien. Miranda har sik lernt, düsse Pastete mächtig fin to moken un Max Konradt un all de annern wer an letzten Dag vunnt Johr so riktig dankbor, dat Miranda eern Kutscher freit har, dat wer nu ok all veer Joar trück weest. Miranda un Hermann wer keen Backfische mehr, obers verleevt wer de as man son een. Düsse Joar - möt wull negentenhunnert sün - schall nu Miranda wedder de fine Imparnada moken un wer jüst dorbi, dat tohörige Fliesch in lütte Stücken to snieden. Dor kom Gretchen mit Wilhelm retour vunne Straat. Seggt Miranda: "Hol em man glieks sien Futter ut de Schap, hüt kreeg he ok wat fins." Gretchen deit dat ok glieks un güng met en Schüssel rut.
Just dor kom Hermann, de Kutscher, un röp no sien Fru. He wör mannigmol en riktigen Spoßvogel, so to seggen. He röp: "Miranda, kumm mol vör de Dör, kumm mol n beeten rut." Miranda grient un kreeg glieks rode Backen. Obers se geiht rut un buten knutscht Hermann sien Fru as blots en Kutscher dat mokt. Dat duert blots n Ogenblick, obers düsse Tied wer nog för dat Kalv Wilhelm inne Kök. As Miranda torück kom, hett he all Flliesch för de Pastet opfreeten. Miranda kreegt em ant Fell to fot un schüttel em as nech klog, awer dor wer nix to moken. Dat wer all lang dolslucken. Miranda war meist svimmelig. Nu wer gode Rod dür. Hermann un Miranda steiht dor, un Gretchen kum nu met dat Hunnefutter rin. Den Wilhelm kreeg jümmers dat wat övrig bleev, obers ann düssen Obend schall he ok wat fins hebben un dor hebbt se em Perfliesch vunne Freibank köpt. As Gretchen nu hört har, wat sek beleevt het, dor segg se: "Denn schall vi dat all klorkreegen. Dor war dat nu ne Hamborgsche Kökschenpastete un keen Imparnada." Miranda het grote Tvivel, obers Gretchen verklort er, dat er Moder, vunn Hamborg no Helgoland verslogen, wusst, woans dat geiht. Un so mokt Miranda de Pastet, as Gretchen er dat wies.
Ann sülben Obend set se alltohop inne grote Stuv: De Konradtschen, dat Huspersonal un de Grotöllern vun de Familie. Max Konradt snit de „Imparnada" un geev en un en op jedweden Teller. Denn wünscht he n goden Appetit. Miranda wor hell opreggt un kun keen Stück eeten.Se kiek allang to Max Konradt. Obers he freit sik und segg to er: "Miranda, düsse Joar is di de Imparnada bannig glückt."
Keen een har wat merkt - un de wat wüsst, har keen Wort seggt. Obers wat mien Tant Gretl wer, de har dat upschrewen un mi denn vertellt.
Hamburger Kökschenpastete: frei nach Tante Gretel (6 Personen)
Pastetenteig (nach Rezept oder tiefgefroren)
Für die Füllung: 500,0 Putenbraten
2 Stangen Porree
1 Sellerie
3 Karotten
1 kl. Zwiebel
Für die Beilage: Backpflaumen
Bauchspeck in dünnen Scheiben
Rosenkohl oder Champignons
Norddeutsche Küchenkräuter wie z.B.
Bohnenkraut, Petersilie, Schnittlauch;
Butter, 1 Eigelb
Die Pastete ausrollen und den Boden der mit Butter ausgeriebenen Pastetenform auskleiden, Ränder hochziehen; in gleichen drei Teilen zwei Zentimeter hohe Pastetenränder einfügen, so dass das Ganze wie eine Torte aussieht.
Putenfleisch würfeln, würzen mit gehackten Küchenkräutern, von allen Seiten kurz in Butter anbraten;
zwischendurch Porree, Sellerie und Karotten sowie die kleine Zwiebel ebenfalls in kleine Würfel schneiden (eher hacken) und auch kurz in Butter anbraten.
Backpflaumen einzeln in die dünnen Speckscheiben wickeln und mit einem Zahnstocker befestigen (oder Garn).
Fleisch, Porree, Karotten. Sellerie und Zwiebel auf die vorgeformten Drittel schichten, den Pastetendeckel darüber legen, die Ränder mit Eigelb bestreichen und zusammendrücken. Deckel mit einer Gabel mehrfach einstechen.
Pastete auf mittlerer Schiene im Backofen bei 200 °C etwa 45 Min. garen lassen.
Hinweis:
Bei anderem Fleisch ändert sich die Garzeit!!!
Die Beilagen garen, Backpflaumen im Speckmantel in einer Pfanne mit wenig Butter ziehen lassen. Servieren. Guten Appetit.